Am kommenden Freitag wäre Niklas Luhmann 90 Jahre alt geworden: eine weitere Leseprobe aus Christian Schuldts Buch »Systemtheorie - Theorie für die vernetzte Gesellschaft« finden Sie hier

Am kommenden Freitag wäre Niklas Luhmann 90 Jahre alt geworden: eine gute Gelegenheit Christian Schuldts Buch Systemtheorie - Theorie für die vernetzte Gesellschaft vorzustellen.

 

Eine weitere Leseprobe finden Sie hier:

 

Unter Luhmannscher Optik erscheint der Mensch als eine Kreuzung verschiedener Systemtypen wie organisches System, Immunsystem, neurophysiologisches System und psychisches System. Diese Systeme operieren überschneidungsfrei, sodass kein Direktkontakt zwischen Menschen möglich ist. Der Witz aber ist: Gerade dadurch, dass Luhmann den Menschen aus der Gesellschaft ausschließt, nimmt er ihn erst wirklich ernst. Anders als alle Vorläufer der Gesellschaftstheorie reduziert die Systemtheorie den Menschen nicht auf ein paar Formeln und katalogisiert ihn als eine Art Handlungsmaschine, sondern beobachtet ihn in seiner ganzen Komplexität. (S. 61)

 

Das ist soziologische Aufklärung à la Luhmann: Die Systemtheorie macht die Komplexität des Unwahrscheinlichen sichtbar – und reduziert sie zugleich, indem sie das Wahrscheinlichwerden des Unwahrscheinlichen zeigt. (S. 87)

 

 

Aus:

Christian Schuldt
Systemtheorie
Theorie für die vernetzte Gesellschaft
ISBN 978-3-86393-080-6, e-book-ISBN 978-3-86393-541-2