Wir trauern um Zygmunt Bauman

„In meiner Wahrnehmung nimmt Zygmunt Bauman die intellektuelle Stellung eines jüdischen Kosmopoliten ein, vergleichbar jener Stellung, die Ephraim Lessing und Heinrich Heine im 19. Jahrhundert innehatten und Theodor W. Adorno und Hannah Arendt im Nachkriegsdeutschland…“ Ulrich Beck

 

Gestern kam die traurige Nachricht, dass Zygmunt Bauman gestorben ist. Die Europäische Verlagsanstalt war dem Werk dieses bedeutenden Wissenschaftlers und Denkers sehr verbunden. Wir sind tief betroffen, uns an seinen Einsichten nicht mehr orientieren zu können, und denken, dass seine Stimme in dieser Umbruchzeit sehr fehlen wird.

 

Sein bekanntestes Werk Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust erschien erstmals 1989.

Darin weicht Bauman von der Sichtweise vieler anderer Intellektueller ab, die die Grausamkeit des Holocausts als einen Zusammenbruch der Moderne ansahen. Bauman betrachtete die Massenvernichtung der Juden durch Nazi-Deutschland vielmehr als das Ergebnis einer Modernität wie die der Industrialisierung. (Die Zeit)

"Es war die rationale Welt der modernen Zivilisation, die den Holocaust denkbar gemacht hat", schrieb er.